| Was sind Bromelien? |
Was sind eigentlich Bromelien?
Als Bromelien bezeichnet man alle Pflanzen, die zur Familie der Bromelien-
oder auch Ananasgewächse gehören, lateinisch Bromeliaceae.
Hier finden Sie ein paar grundlegende Informationen:
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| Einleitung |
Die Bromelienfamilie ist zur Zeit in etwa 50 Gattungen
unterteilt, die Anzahl der Arten schätzt man inzwischen auf rund 3000.
Ihren Namen erhielten sie von dem Paulanerpater Charles Plumier,
der im 17. Jahrhundert die Pflanzen zum ersten Mal wissenschaftlich erwähnte und
nach dem schwedischen Arzt und Botaniker Olaf Bromel (1639-1705) benannte.
Alle Bromelien stammen aus der Neuen Welt und schon Christoph Kolumbus lernte 1493
auf seiner zweiten Amerikareise die wohl bekannteste Bromelie kennen, die Ananas.
Zunächst galt das Interesse nur deren essbaren Früchten. Doch im 18. und
19. Jahrhundert gelangten durch unzählige Forschungsreisende, wie z.B.
Alexander von Humboldt mehr und mehr Arten nach Europa.
Mit der Lanzenrosette (Aechmea fasciata), dem Zimmerhafer
(Billbergia nutans) oder dem Flammenden Schwert (Vriesea splendens),
um nur einige zu nennen, sind Bromelien heute ein fester Bestandteil des Zierpflanzensortiments
und haben ihren Weg bereits auf viele Fensterbänke gefunden.
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| Aussehen, Aufbau und Lebensweise |
Die Bromelien variieren so stark in Größe und Aussehen,
daß man kaum eine einfache, allgemein gültige Beschreibung abgegeben kann.
Während eine ausgewachsene und blühende Tillandsia bryoides auf eine Fingerkuppe
passt, kann die Trichterrosette mancher Alcantarea-Arten spielend einen Meter
und mehr im Durchmesser erreichen. Und Tillandsia grandis macht mit ihrem über
2 m hohen Blütenstand ihrem Namen alle Ehre.
Allen voran steht jedoch die aus den Hochlagen der Anden stammende Puya raimondii,
die noch in 4000 m Höhe Blütenstände von 10-15 m hervorbringt.
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Alle Bromelien sind mehrjährige, ausdauernde Pflanzen.
Sie sind hapaxanth, d.h. sie durchlaufen
den Lebenszyklus von der Keimung bis zur Blüten- und Fruchtbildung nur einmal und
ihr Hauptspross stirbt ab, wobei das Erlangen der Blühreife viele Jahre dauern kann.
Danach übernehmen Erneuerungssprosse, sogenannte Kindel, das Wachstum und der Prozess
beginnt von Neuem.
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Bromelien besitzen meistens einen gestauchten Stamm, also
eine Rosette, als typische Wuchsform. Eine sichtbare Stammbildung ist eher selten.
Viele Arten bilden ihre Blätter zu Trichtern (Zisternen) aus, in denen sie Nährstoffe
und Wasser sammeln können. Diese kleinen Teiche stellen eigene ökologische Nischen
(Biotope) dar. Tier- und Insektenarten nutzen die Trichter als Lebensraum und zur
Fortpflanzung. So leben etwa einige tropische Baumfrosch-Arten (Hylidae) und sogar Krabben
in ihnen, fern ab von anderen Gewässern und oft in luftiger Höhe.
Die abgestorbenen Organismen und die Ausscheidungen der Tiere werden in pflanzenverfügbare
Nährstoffe umgewandelt und über die Blätter aufgenommen.
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Als Einkeimblättrige (Monocotyledoneae) besitzten Bromelien
stets parallelnervige Blätter.
Sie sind glattrandig oder stachelig und oft verrät ihr Aussehen schon, in welchem Klima
die jeweilige Art beheimatet ist. Gattungen aus den trockenen Gegenden Mexikos bzw.
Südamerikas wie Hechtia, Dyckia und Puya nehmen Wasser über ihre
Wurzeln auf und lagern es in ihren Blättern ein. Diese können dadurch so dickfleischig werden,
daß sie so mancher Laie auch mit Aloen oder Agaven verwechselt.
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Arten der Gattung Tillandsia aus nebelreichen, aber
niederschlagsarmen Regionen sind oft dicht mit sogenannten Saugschuppen bedeckt,
die ihnen ein silbergraues Aussehen verleihen.
Der Besitz dieser Saugschuppen (Schuppenhaare, Trichome) auf den Blättern ist ein weiteres,
charakteristisches Merkmal der Bromelien.
Mit ihrer Hilfe vergrößern sie die Blattoberfläche um ein Vielfaches, damit mehr Tau daran
kondensieren kann. Wie Löschpapier nehmen sie so Niederschlag und Nährstoffe direkt, ohne
Umweg über die Wurzeln, auf und leiten sie ins Blattinnere weiter. Die Saugschuppen sitzen entweder
sichtbar auf der Blattoberfläche oder innerhalb der Blatttrichter im Wasservorrat.
Bei solchen Arten haben die Saugschuppen die Ernährung der Pflanze übernommen, die Wurzeln
dienen dann vor allem der Befestigung des Pflanzenkörpers auf dem Untergrund.
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| Verbreitung |
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Das Verbreitungsgebiet der Bromeliaceae ist ausschließlich
neuweltlich, also auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Eine einzige Art, nämlich
Pitcairnia feliciana ist in Westafrika beheimatet, was den Wissenschaftlern bis
heute noch Rätsel aufgibt.
Im Norden sind sie bis in die USA hinein, von Florida bis hinauf nach Ost-Virginia bei
etwa 38° nördl Breite zu finden und breiten sich bis in die südlichen Landesteile
Argentiniens und Chiles aus. Die südlichste Verbreitung liegt nahe des 44 Breitengrades.
Einige wenige Arten Süd-Chiles sind sogar in Europa ausgewildert;
so findet man Arten von Fascicularia und Ochagavia in Teilen Irlands,
Englands, auf den Kanalinseln (Guernsey), der Isle of Scilly und in West-Frankreich.
Innerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes, welches fast 80 Breitengrade umfasst,
ist die Artenvielfalt unterschiedlich stark ausgeprägt; man spricht hier auch von
Häufigkeitszentren oder auch Hotspots. Während Mexiko, Mittelamerika, das östliche
und südliche Brasilien und die Anden von Peru, Bolivien und Ekuador äußerst artenreich
sind, ist es erstaunlich, daß z.B. das riesige Amazonasbecken relativ arm an Bromelien
ist.
Aufgrund ihrer enormen Anpassungsfähigkeit haben Bromelien fast alle unterschiedlichen
Lebensräume ihrer Heimat besiedelt:
- glühend heiße, fast pflanzenleere Wüsten
- trockene Savannen und Dornbusch-Biotope
- tropisch-feuchte Tieflandregenwälder in der Ebene
- die kühlen Bergnebelwälder
- die steinigen Trockentäler
- bishin zum steppigen Hochland (dem Paramo).
In Peru wachsen Bromelien noch oberhalb 4000 m, wo Nachttemperaturen weit unter dem
Gefrierpunkt keine Seltenheit sind. Das überstehen die Pflanzen nur, weil
gleichzeitig eine absolute Trockenheit herrscht, darum ist auch eine Kultur hierzulande
im Freien nicht möglich. Wohl nur noch die Orchideen können es hinsichtlich einer solchen Anpassungsfähigkeit mit den Bromelien aufnehmen.
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